Freitag, 5. Oktober 2007

Inclusion

Schulsystem.
Heute ist Freitag und ich habe schon meinen ersten Nachmittag frei bekommen. Juchu! Ist das nicht nett? Naja, eigentlich hat sich das heute nur so ergeben, weil an der Bishopsgarth School heute kein Deutsch mehr gegeben wird. Aber ich bilde mir ein, dass es eine Belohnung für meine tolle Arbeit ist.
Abgesehen davon gibt mir das bisschen freie Zeit die Gelegenheit einmal den Ausschnitt aus dem britischen Schulsystem zu reflektieren, den ich bisher kennengelernt habe. Zuerst muss ich dafür aber noch etwas zu der Beschreibung meiner Stammschule hinzufügen.
Die ist nämlich "inclusive". Das heißt, dass sie auch und gerne "special needs pupils" aufnimmt. Hatte ich das schon erwähnt?
Nun ist es aber nicht so, dass in dieser Schule nur nach Alterstufen differenziert wird wie bei uns, sondern auch nach Leistungsstärke. Das heißt hier euphemistisch "abilities". So weit so gut. Es ist nun aber nicht so, dass man sich die Mühe machen würde für jedes Fach ein Ranking durchzuführen um dann optimale Gruppen herzustellen, nein, man schafft 6 "ability groups", die immer zusammen unterricht haben, so wie bei uns eine Klasse. Allerdings wenn man mal ehrlich ist, dann ist das doch nicht zwangsläufig so, dass derjenige, der in Mathe gut ist auch gleichzeitig der Englischcrack ist.
Ganz davon abgesehen wird die Gruppierung zwar von der weiterführenden Schule vorgenommen, aber sie basiert auf den Ergebnissen der Grundschulabschlusstests. Das ist doch mal ein Ding!
Da sollen uns die PISA und sonstwer Leute doch noch mal vorwerfen wir hätten ein segregierendes Schulsystem. Zugegeben, hier in England ist es theoretisch möglich die "ability groups" zu wechseln, aber Springer oder Sitzenbleiber gibts bei uns ja auch. Aber ich werde mich jetzt hüten hier schon ein Pauschalurteil abzugeben. Ich war heute in einer "707", also 7. Jahr, schlechteste Gruppe. Die 4 Schüler (!) waren alle entweder geistig oder körperlich behindert. Und trotzdem hatten sie Spaß an den Wochentagen und Monaten auf Deutsch! Und ich glaube auch, dass es für die "normalen" Schüler gut ist mit behinderten Menschen umzugehen, einfach weil das dann (hoffentlich) später nicht dazu führt, dass diese stigmatisiert und ausgegrenzt werden.

Nun aber noch was anderes zum Schluss: Ich habe gestern das erste mal selber unterrichtet. Einer dreier Mädelsgruppe an der Billingham Campus School. 10. Jahr. Die 3 wussten besser Bescheid als ich wie so eine Kleingruppenarbeit funktionieren soll, weil mich der Lehrer, der dort für mich zuständig ist einfach ins kalte Wasser geschmissen hat und meinte: "Achja, geh mal in den Raum, ich schick dir gleich ein paar Schüler." Dabei war ich eigentlich nur auf Unterrichtshospitation eingestellt und hatte nichts vorbereitet.
Am Ende ist dann aber doch noch alles gut gegangen, weil ich mir spontan habe einfallen lassen, die Schüler etwas über Billingham zu fragen.
So, ich werd mich dann jetzt mal entspannt aufs Wochenende vorbereiten. Wenn alles klappt fahren wir ins Lake District. Soll ja ganz schön sein, da :)

Bleibt am Ball, es lohnt sich!

1 comments:

simon_strueh hat gesagt…

fotos von zu hause...

gibbet erst, wenn ich n foto von deiner französischen freundin gesehen hab

aber ich hab n schmankerl für dich bei youtube gefunden:

http://www.youtube.com/watch?v=CldXFBhGX6c&mode=related&search=skate%20skateboard%20vierbaum%20baerl%20andreas%20home%20self%20made%20skating%20skateboarding%20kickflip%20flip%20flips%20grind%20slide%20rollin

DU in action :)